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AI-Generated Documentaries

DFG-Forschungsprojekt

(2026–2029)

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AI-Generated Documentaries

DFG-Forschungsprojekt

(2026–2029)

AI-Generated Documentaries.

Theorie, Praxis und Ethik künstlicher Intelligenz im Dokumentarischen

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektleitung: Dr. Jasmin Kermanchi

Projektlaufzeit: 2026–2029

Forschungseinrichtung: Universität Hamburg, Institut für Medien und Kommunikation

Durch die Verbreitung von KI-Technologien verändern sich dokumentarische Praktiken und ihre medialen Manifestationen in Dokumentarfilmen, dokumentarischen Videos, interaktiven Webdokumentationen und VR-Projekten. Dies führt zu verschiedenen Problemen. Mit Text-, Bild- und Videogeneratoren lassen sich Dokumentarfilme vollständig von KI-Modellen erstellen, was Verunsicherungen hinsichtlich der Glaubwürdigkeit und Misstrauen auslöst. Dokumentarische Videos können ferner durch Roboter mit Computer Vision entstehen, die Objekte maschinell erfassen und visuell sichtbar interpretieren, wodurch Fragen nach der Verantwortlichkeit für die automatisierten Produktionen aufkommen. Zudem verwandeln Technologien der automatischen Bild- und Sprachverarbeitung interaktive Webdokumentationen und VR-Projekte durch das Auswerten von User:innen-Daten in maßgeschneiderte Erlebnisse, was ethische Prinzipien wie Datenschutz und Transparenz gefährden kann. Dies sind nur einige Beispiele für Herausforderungen durch AI-Generated Documentaries – dokumentar(film)ische Projekte, die in der Produktion, Distribution und/oder Rezeption KI-Technologien einsetzen, welche die mediale Manifestation derart verändern, wie es ohne die Technologien nicht möglich wäre. Aufgrund der neuen Verunsicherungen ist die medienwissenschaftliche Auseinandersetzung mit veränderten Glaubwürdigkeitskriterien und Praktiken der Mensch-KI-Kollaboration im Dokumentarischen ein dringendes Desiderat.

Das Forschungsprojekt erschließt systematisch das kaum erforschte Feld der AI-Generated Documentaries, ermittelt die Transformationen im Dokumentarischen und entwickelt eine Theorie der AI-Generated Documentaries, um ordnend in kulturpessimistische Debatten einzugreifen. Dafür wird zunächst untersucht, welche neuen dokumentar(film)ischen Ausdrucksformen, Gestaltungsmöglichkeiten, Glaubwürdigkeitsstrategien und Praktiken entstehen und welche neuen Funktionen AI-Generated Documentaries erfüllen. Das Projekt fragt zudem nach den ethischen Herausforderungen und Möglichkeiten, diesen zu begegnen. Auf dieser Grundlage erfolgt die Entwicklung einer Theorie der AI-Generated Documentaries, die Ansätze der Medien- und (Dokumentar-)Filmwissenschaft, New Media Studies, Kunst- und Literaturwissenschaft, Ethik und Medieninformatik zusammenführt. Für die Analyse der neuen Praktiken und Ausdrucksformen, die Grundlage für die Theoriebildung ist, erweitert das Projekt bestehende methodische Ansätze durch Materialanalysen mit teils digitalen und KI-gestützten Verfahren, praxeologische Analysen mit drei medienethnografischen Methoden (Interview, teilnehmende Beobachtung, ethnografische Selbstbeobachtung im Sinne eines eigenen praktischen Einsatzes generativer KI-Tools), Diskursanalysen und medienethische Analysen. Die Verknüpfung mit ethischen Perspektiven ist auch für den angestrebten Transfer zwischen Dokumentar(film)forschung und -praxis essenziell, der in der Ableitung von Handlungsempfehlungen bestehen soll.